Als Uwe Berner und Matthias König am Samstagabend das letzte und entscheidende Spiel gegen den SV Eberstadt mit 3:2 gewonnen hatten, konnten sie sich im ersten Moment gar nicht richtig darüber freuen - zu groß war der Ärger über die Leistung des Schiedsrichters. "Ich habe eine richtige Wut und kann mir nicht erklären, wie man so etwas abziehen und so in ein Spiel eingreifen kann", knurrte Matthias König. Und auch Sandro Lomuscio, der nach heftigen Diskussionen von der Spielfläche geschickt worden war, meinte: "Der Schiedsrichter hat sich zu sehr eingemischt und einseitig gegen uns gepfiffen." Es dauerte ein paar Minuten, bis sich die Gärtringer wieder beruhigt hatten. Dann aber genossen sie sichtlich, dass sie zum zweiten Mal in Serie den Deutschland-Pokal gewonnen haben. "So eine Titelverteidigung zeigt doch", sagte König, "dass der Erfolg der vergangenen Saison keine Eintagsfliege war." Mit dem souveränen Auftritt beim Wettbewerb im Steiner Ortsteil Deutenbach bei Nürnberg hat das Duo des RV Gärtringen vor den Augen des Bundestrainers Jürgen King ein klares Signal an die Konkurrenz gesendet. König und Berner holten sich nicht nur die ersten drei Punkte im Rennen um die Qualifikation für die WM in der Stuttgarter Porsche-Arena (26. bis 28. November 2010), sie sicherten sich als Erster auch die Teilnahme am Europacup im Mai in Hechtsheim. "Mir war es wichtig, dass Uwe und Matze sich für den Europacup qualifizieren", sagte Trainer Sandro Lomuscio. Kein Wunder, bei diesem werden weitere WM-Punkte verteilt. Der Europacup bietet also die Chance, sich weiter abzusetzen. Neben dem RVG hat sich für den kontinentalen Wettbewerb auch der SV Eberstadt, der Zweite beim Deutschland-Pokal, qualifiziert. Dass Gärtringen und Eberstadt beim Deutschland-Pokal auf dem Treppchen landen würden, hatte sich schon in der Vorrunde abgezeichnet. Beide Teams traten souverän auf. Zum Auftakt gewann das RVG-Duo gegen den RSV Waldrems (Torsten Schneider/Tim Lindner) nach 1:3-Rückstand noch mit 6:4. "Das war kein gutes Spiel von uns, wichtig waren aber die drei Punkte zum Start", sagte König. Im zweiten Spiel gegen die RSG Ginsheim führten Berner und König nach einer starken Vorstellung in den ersten zehn Minuten bereits mit 5:1. Es kehrte jedoch der Schlendrian ein. Roman Müller und Marco Rossmann verkürzten. In Gefahr geriet der Sieg des RV Gärtringen aber nicht mehr. Am Ende gewann der Favorit 6:4. Sehr zerfahren war dann die dritte Partie der Gärtringer gegen den bis dato ebenfalls ungeschlagenen SV Ehrenberg. Mike Pfaffenberger brachte die Thüringer mit 2:0 in Führung, Rico Rademann erhöhte nach dem Seitenwechsel sogar auf 3:0. Gärtringen aber gab sich nicht auf und kämpfte. Am Ende wurde der Einsatz belohnt: Nach Königs Anschlusstreffer machte Berner mit einem Doppelpack kurz vor Schluss das Remis perfekt. "Es ist auf der einen Seite ärgerlich, dass wir den Beginn dieses Spiels etwas verschlafen haben", analysierte König, "auf der anderen haben wir ein 0:3 aufgeholt. Das war gut für unsere Moral." Aber auch für die Finalrunde. Denn das Ergebnis gegen Ehrenberg wurde übernommen. Dem RSV Zscherben (Sven Broedel/Michael Gerdes) ließen König und Berner im ersten Spiel der Finalrunde von der ersten Sekunde an keine Chance. König, Berner, König, König - nach nicht einmal drei Minuten führten die Schwaben 4:0. Der RVG spielte sich in einen wahren Rausch. Berner mit drei weiteren Treffern und König mit einem schraubten das Ergebnis in die Höhe - auf 8:0. Doch das half im Hinblick auf die Tabelle wenig. Weil der SV Eberstadt (Holger und Jens Krichbaum) in der Vorrunde bereits Zscherben 8:2 besiegt hatte und auch die Partie gegen Ehrenberg mit 7:2 für sich entschied, mussten die Gärtringer im letzten und entscheidenden Duell gewinnen. Und das taten sie am Ende auch. "Wir können also zufrieden sein", sagte König und ergänzte im Hinblick auf die nächsten Aufgaben: "Dass wir dieses Finale gewonnen haben, war gut fürs Selbstbewusstsein." Am kommenden Wochenende haben Berner und König frei, am 13. März steht dann der Weltcup in Chemnitz an.
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